Enge Spiele, bittere Niederlagen, große Siege: Die Eisbären im Halbfinale (5) – Hannover 2006

Play-Offs 2006 - Foto: CityPressFast unglaublich, war aber so: 2006 führte das Halbfinale nach Hannover. Endlich am ein Ort, der für uns Berliner ja sozusagen in Schlagdistanz lag. Nicht nur von der Entfernung her.

Die Scorpions hatten es unter Trainer Kevin Gaudet zuvor geschafft, als Tabellensiebter nach der Vorrunde, den Tabellenzweiten und Titelanwärter ERC Ingolstadt in sieben Spielen zu schlagen. Die Eisbären brauchten im Viertelfinale nur derer fünf, um die Pinguine aus Krefeld in den Urlaub zu schicken. Wobei auch 2006 der Auftakt ein Fehlstart war: Die Pinguine konnten das erste Spiel im Wellblechpalast gewinnen.

Trotz der längeren Erholungspause der Berliner, starteten die Scorpions engagierter in die Serie. 3:1 stand es zwischenzeitlich für die Gäste im Spiel 1, ehe sich die Eisbären mit einer stärkeren Schlussphase letztendlich in der Verlängerung mit 4:3 durchsetzten. Beim „Sudden Victory“ machte dabei ihr Torhüter Trevor Kidd nicht gerade die beste Figur.

Play-Offs 2006 - Foto: CityPressEin seltenes Bild gab es genau zwei Tage später in der TUI-Arena an der Hannoveraner Expo-Plaza. Die Halle war fast ausverkauft. Ist es dort doch sonst meist so, dass man es sich eigentlich wie auf der heimischen Couch gemütlich machen könnte, so saß man diesmal doch recht dicht beieinander. Einzig der Sitzplatzbereich hinter dem Tor war verwaist. Dort wo eigentlich zu Hauptrundenspiele immer die gegnerischen Fans stehen, war nun gähnende Leere. Das Experiment, diese Plätze für teures Geld zu verkaufen, ging also deutlich daneben. Die Zuschauer aus Berlin wurden dem entsprechend auf dem Oberrang in der Kurve verfrachtet. Allerdings hielten sie es dort nur ein Drittel lang aus, bevor eben jener leere Sitzplatzbereich hinter dem Tor „gestürmt“ wurde. Zwar versuchten zwei bis drei Ordner dieses zu verhindern, aber letztendlich konnten die Fans, auch nach langen Diskussionen des Eisbären-Fanbeirats mit dem dortigen Ordnungsdienst, bleiben. Das Spiel gestaltete sich ebenfalls spannend. Play-Offs 2006 - Foto: CityPressZwei Mal gingen die Eisbären in Führung, zwei Mal konnten die Scorpions wieder ausgleichen. Ein Treffer fiel dabei sogar in doppelter Unterzahl, als Tod Warriner den Puck an der blauen Linie abgefangen hatte und Eisbären „Monsterdeal“ – Torwart Pöpperle der Puck beim eigentlich sicheren Save über die Fanghand flatterte.

Das entscheidende Tor an diesem frühlingswarmen Sonntag machte allerdings Jens Baxmann. Der Verteidiger hatte gerade eine „dumme“ Strafzeit verbüßt, als er kurz vor der gegnerischen blauen Linie stoppte um einen langen Pass von Micki DuPont, der noch in der Penalty-Killing-Formation stand, anzunehmen und im Kampf gegen Kidd den Puck eiskalt unter die Latte setzte.

Play-Offs 2006 - Foto: CityPressNegativer Höhepunkt in diesem Spiel war ein Foul vom einstigen Scorpions-Raubein Brad Tapper an Eisbären-Stürmer Kelly Fairchild. Vollkommen unmotiviert fuhr er dabei den Berliner von hinten um und riss ihm dabei den Helm ab. Fairchild krachte darauf hin nahezu ungebremst mit dem Kopf voran an die Bande und blieb benommen auf dem Eis liegen. Anscheinend war auch Tapper dabei nicht einerlei, und winkte schnell Hilfe auf das Eis. Letztendlich bekam er eine Spieldauerstrafe und verabschiedete sich mit einem Stinkefinger in Richtung Eisbären-Fans.

In Spiel drei konnte Fairchild wieder mitspielen, allerdings hätten anscheinend die Eisbären auch ohne ihn gewonnen. Nach zwei Toren von Stefan Ustorf und Denis Pederson schalteten die Berliner einen Gang zurück, und ließen öfter die vierte Reihe aufs Eis. Letztendlich setzten sich die Eisbären mit einem 5:3 durch und im Welli erklang nun das Lied: „Finale spielen ist schön!!!“

Choreo Play Off Halbfinale 2006 - Foto: CityPress

ovk

Fotos: CityPress

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