Enge Spiele, bittere Niederlagen, große Siege: Die Eisbären im Halbfinale (4) – Nochmal Ingolstadt 2005

Play-Offs 2005 - Foto: CityPressIm Halbfinale 2005 waren erneut die Panther aus Ingolstadt der Gegner. Die Bayern hatten in sieben Spielen die Haie geschlagen. Moment, Ingolstadt? Da war doch was!? Genau, schon in der Vorsaison kam der Kontrahent aus der selben Stadt. Ein jeder konnte sich an den „Flattermann“ des letzten Halbfinals, Torwart Jimmy Waite, erinnern.
Der Weg der Berliner ins Halbfinale war recht souverän. Einzige Schwäche zeigten sie bei Spiel 4 in Augsburg. Insgesamt wurde die Serie aber schon nach fünf Spielen beendet.

Play-Offs 2005 - Montage: KomissarovDank des „Lock-outs“ befanden sich auch drei NHL-Profis im Eisbären – Team. So stand Olaf Kölzig zwischen den Pfosten, vor ihm verteidigte Nathan Dempsey. Einzig Erik Cole, eisenharter Stürmer, musste aufgrund einer vier-Spiele-Sperre nach einem „Open-Ice-Check“ zwei Spiele zuvor in Augsburg passen. Das war der Grund, weshalb es zur „Pre-Game-Show“ etwas anders verlief, als normalerweise. Beim Einlauf jedes Spielers wurde als Nachname „Cole“ genannt, als Solidaritätsbekundung mit dem Gesperrten. Play-Offs 2005 - Foto: CityPress, Monatge: KomisssarovAußerdem gab es eine Protestaktionen in Richtung DEL – Zentrale. Die DEL wurden dabei kurzerhand zur DWL, der „Deutschen Wattebausch Liga“, uumbenannt zurnd die Fans forderten den Rücktritt von DEL-Boss Tripcke. Auch Protestplakate mit dem Motto „Freiheit für Helmut“ waren zu sehen.

Ob mit Erik Cole das erste Spiel allerdings anders verlaufen wäre, bleibt fraglich. „Flattermann Waite“ hatte einen Sahnetag, NHL-Star Kölzig dagegen brachte nicht so eine optimale Leistung. Auch seine Defensive ließ ihn im Stich. „Vorsprung durch Technik“ ist nicht nur der Werbespruch von der in Ingolstadt beheimateten Automarke Audi, sondern war auch das Credo der Panther in Spiel 1. „Katastrophal“ meinten die Journalisten nach dem Spiel, die zum Großteil mit verkniffender Mine auf der Pressekonferenz saßen. Der damalige Eisbären-Trainer Pierre Pagé sagte auf selbiger Veranstaltung etwas süffisant, mit einer Cola-Flasche in der Hand, dass doch nichts passiert sei und die Berliner nun in Ingolstadt die Serie wieder ausgleichen könnten. Natürlich kam das nicht gut an.

Play-Offs 2005 - Foto: CityPressIn Ingolstadt wurde dann erst einmal das erste Biergarten-Weizen des Frühlings genossen, bevor es in die Arena ging, wo es im Spiel dann kam, wie nicht von allen erwartet, denn die Berliner gewannen mit 3:2. Aber was für Spiel war das, in der Saturn-Arena. Olaf Kölzig musste wegen Knieproblemen passen, Kelly Fairchild fehlte wegen Muskelfaserriss, Rob Leask hatte einen Kreuzbandriss und Erik Cole war gesperrt. Auch Derrick Walser war angeschlagen. Einen Tag zuvor hatte er noch 39 Grad Fieber und reiste erst kurz vor dem Spiel aus Berlin an. Dass er das entscheidene Tor an diesem Nachmittag schießt, hätte vielleicht nicht einmal er selber in seinen kühnsten Träumen erwartet. Erstmals gab es auf dem Rückweg Stimmen, die behaupteten, dass mit diesem Jahrgang irgendetwas anders sei, als mit denen zuvor, die regelmäßig die hohen Erwartungen nach hervorragenden Vorrunden nicht erfüllen konnten.

Play-Offs 2005 - Foto: CityPressDas richtungsweisende Spiel 3 konnten die Eisbären dem entsprechend mit neuen Schwung angehen und gewinnen. Mit Oliver Jonas im Kasten und zwei Toren von Shawn Heins konnten die Berliner einen nie wirklich gefährdeten 4:2-Sieg feiern. Im letzten Spiel dieser Serie war dann zumindest Erik Cole wieder im Kader. Unvergessen war dabei der Schlachtruf der überaus zahlreich angereisten Berliner Fans in Ingolstadt: „Wir haben euch was mitgebracht, ERIK COLE“. Und der bedankte sich dabei prompt mit 2 Toren, beim 4:2-Sieg. Die Party zum erneuten Einzug ins Finale dauerte in den meisten Bussen die gesamte Rückfahrt. Denn nun war nicht nur der Einzug ins Finale perfekt, sondern die Eisbären bewiesen auch, dass sie: 1. unter Druck gut spielen können und 2. unter Pierre Pagé auch eine Serie drehen können.

Play-Offs 2005 - Foto: CityPress

Im Finale sollte dann „Lieblingsgegner“ Mannheim folgen, der eine eher bescheidene Vorrunde, aber bis dahin überzeugende Play Offs gespielt hatte. Unvergessen, wie der Frankfurter Fanblock der nach Spiel 5 den Finaleinzug feiernden Mannheimer Mannschaft ein trotziges „Dynamo, Dynamo“ entgegen brüllte.

ovk / wei-de

Fotos: CityPress

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