Mein (wohl) letzter langer Arbeitstag im Welli

Es war eigentlich nur einer von vielen langen Arbeitstagen, die ich im Welli hatte. Doch war dieser irgendwie doch ganz besonders.
Overtime-Tor

Es wird sicher nicht mehr so oft vorkommen, dass ich über zwei Spiele am Stück hier berichten werde. Ganz besonders waren auch die Vorraussetzungen. Geht es bei den Juniors um die Vermeidung des Abstiegs aus der dritten Liga, spielen die DEL-Eisbären in den Play-Offs um die Deutsche Meisterschaft.

Schon um 14 Uhr begann also die erste Schicht, mit dem Spiel der Eisbären Juniors gegen die Roten Teufel aus Bad Nauheim.

Von Beginn an wirkten die Gäste aus Hessen als das aktivere Team, hatten allerdings ihre – schon in den Spielen zuvor gezeigten – Abschluss-Schwächen nicht abgelegt. Ganz im Gegenteil zu den Gastgebern, die quasi aus ihrer ersten Chance gleich ein Tor machten. Marius Garten überwand dabei den Nauheimer Torsteher David Lee Paton.

Welli beim Juniors-Spiel - Foto: ovkNur hatten die jungen Berliner danach ihr Trefferglück aufgebraucht, wovon die Gäste aus der Wetterau profitierten. Jeffrey Golby markierte schon fünf Minuten nach der Berliner Führung den 1:1-Ausgleich. Bereits in der 31. Spielminute erzielte Mat Ponto den Abschlusstreffer, als er den Puck aus der Distanz aufs Berliner Tor schlenzte, damit Eisbären-Torhüter Tobias Güttner am Schlittschuh traf und der Puck dadurch ins Tor glitt.

Ein vielleicht verdienter Sieg der Roten Teufel, welche sich erst in den Schlussminuten gegen die Juniors etwas mehr wehren mussten. Die Eisbären müssen nun die nächsten drei Spiele gegen Bad Nauheim gewinnen, um den Abstieg bereits in dieser Runde zu vermeiden.

So konnte es also an diesem Abend nur besser werden. Aber zuerst wurde es spannend!

Ein Doppelschlag im ersten Drittel brachte die Eisbären ganz schön ins trudeln. Christoph Brandner und Brad Smyth holten die Berliner erst einmal aus den Halbfinalträumen. Die Freezers präsentierten sich kompakter und ließen insgesamt weniger Felski gehtTorschüsse zu. Auch der Einsatz von Freezers-Goalie Jean-Marc Pelletier, der nun für den unkonstanten Philippe Sauvé das Hamburger Tor hütete, hatte sich ausgezahlt.

Eine Schocksekunde gab es für die Eisbären zum Beginn des zweiten Drittels, als Angreifer Sven Felski zu Fall kam, sich sofort an den Oberschenkel fasste und hinkend das Eis verließ. Zumindest für dieses Spiel war es nach Steve Walker, Christoph Gawlik, Youri Ziffzer und Denis Pederson der insgesamt fünfte Ausfall, der kompensiert werden musste.

Aber die Gastgeber kämpften sich zurück ins Spiel. Zwei Tore von André Rankel in Überzahl brachte nicht nur den Ausgleich, sondern auch den ausverkauften Wellblechpalast zum kochen. Allerdings kühlte der Freezer Vitalij Aab die Atmosphäre mit dem 3:2 im direkten Gegenzug wieder ab.
Die Gästeführung währte aber nicht einmal fünf Minuten, da hatte Florian Busch die Antwort mit dem 3:3 parat.

Eigentlich hätten die Gastgeber schon im letzten Drittel den Sieg einfahren können, scheiterten aber an dem souverän wirkenden Freezers-Goalie Pelletier.

So folgten die Berliner dem aktuellen DEL-Trend und versuchten sich auch mal in der Overtime. es wurde aber keine „unendliche Geschichte“, sondern sie beendeten die Verlängerung aber schon nach 160 Sekunden mit dem „sudden-Victory“ durch Frank Hördler.

Es ist schon sehr emotional, durch so ein Tor ins Halbfinale einzuziehen. Der ohrenbetäubende Jubel, die Spielertraube und einen vor Freude schnell über das Eis spurtenden Rob Zepp zu sehen, verursachte schon Gänsehaut.

Overtime-Tor
So werde ich meinen wohl letzten langen Arbeitstag im Welli nie vergessen. Und schriftlich festgehalten habe ich ihn hiermit auch. Zehn Stunden nach dem ersten Bully bei den Juniors.

ovk

Fotos: CityPress (3), ovk (1)

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2 Responses to “Mein (wohl) letzter langer Arbeitstag im Welli”

  1. wei-de sagt:

    Na, dann mal herzlichen Glückwunsch ans Team zum Einzug ins Halbfinale.

    Und hoffen wir mal, dass Olli nicht doch noch mal länger bleiben muss. In Köln hat es Ostern ja auch „etwas“ länger gedauert… 🙂

  2. Matze Eckart sagt:

    Wenn ich nicht im blöden Schichtdienst arbeiten würde, hätte ich Olli schon manch dieser langen Tage ersparen können. Leider müssen die Juniors bei mir so meistens hinten an stehen. Ich gebe es zu: Sowohl Olli als auch den Juniors gegenüber schlägt mir da schon häufiger das Gewissen.

    Andererseits weiß ich auch, wie sehr Olli das Alles am Herzen und es so zugleich in guten Händen liegt. Good Job, meen Olli! 😉