Jan Schertz : Sag niemals nie! – Dritter und letzter Teil

Jan Schertz - Foto: CityPressDass es nicht mehr für das DEL-Eishockey reichte, sah auch Jan selber so. Ich kann mich noch an eine laue Sommernacht erinnern, als mein Kumpel Tommi und ich ihn in der Bar von seinem Bruder Mario am Kollwitzplatz trafen. Zu diesem Zeitpunkt kam es gerade herraus, dass er zu den Berlin Capitals wechseln wird. Die Caps waren damals gerade aus der DEL abgestiegen, und wollten es in der Zweiten Liga wieder versuchen. Wäre auch ideal für Schertzi gewesen, denn dort kam er ja bekanntlich bisher am Besten zurecht.

Allerdings machte der Insolvenzverwalter der Capitals diesem ein Strich durch die Rechnung. Da Jan aber in Berlin bleiben wollte, biss er in den sauren Apfel und spielte fortan für die Preussen in der Regionalliga. Und dort recht erfolgreich.

Sein erstes Heimspiel für die Charlottenburger fand am 3. Oktober 2002 statt. Gegner waren dabei die Eisbären Juniors. Die bekamen zwar eine mächtige Packung, in Jan seiner Brust schlugen an diesem Herbstnachmittag aber sichtlich Jan Schertz - Foto: CityPresszwei Herzen. So versuchte Juniors-Verteidiger Danny Pyka den gestandenen Stürmer etwas rüde zu attackieren. Der erste Reflex von Schertz war dabei auch vollkommen normal. Aber als er merkte, dass er sich da den kleinen Bruder von seinem Kumpel Nico hätte vorknöpfen müssen, wich er doch schnell wieder von seiner Seite.

Eine witzige Begebenheit gab es eine Saison später. Der Berliner Fernsehsender TV Berlin übertrug in dieser Saison alle Spiele der Preussen, die nun in der Oberliga angekommen waren. Ein gern gesehener Gast von Moderator Axel Kruse war immer Jan Schertz. So kamen natürlich auch ein wenig die Stichelein, ob der Eisbären-Vergangenheit von Schertz. Der ließ sich aber nicht ins Boxhorn jagen, und grüsste sogar beim Interview die Eisbären-Fanordner, oder die gesamte Nachwuchsabteilung der Eisbären. Das ließ so manch einem Preussenfan beim Betrachten das Essen aus dem Gesicht fallen.

Jan Schertz - Foto: CityPressEs war aber auch wohl die Unzufriedenheit, die ihn im Jahr 2004 doch noch von Berlin wegzog. Seine nächste Station war Dresden. Bei den Eislöwen war wieder seine Führungspersönlichkeit gefragt, denn die Sachsen wollten in die zweite Liga aufsteigen, was ihnen auch letztendlich gelang und sich, zumindest eine Spielzeit lang, auch etablierten. Im Frühling beendete Jan Schertz dann seine aktive Karriere und wurde Co-Trainer bei den Eislöwen. Es gab für ihn sogar noch ein Abschiedsspiel. Zur Saisonvorbereitung 2006 kamen die Eisbären in die Sachsenmetropole, um mit einem Freundschaftsspiel ebenfalls „Good bye“ zu sagen. Glück brachte es ihm aber nicht, denn sein Co-Trainer Posten hielt nicht ganz eine Saison.

„Sag niemals nie!“, könnte das Lebenscredo von Jan Schertz sein, denn die Schlittschuhe waren wieder schnell vom Nagel geholt, als zur aktuellen Saison die Saale Teufel aus Halle bei ihm anklopften. Und schwupps, schon war der Jan wieder da und klopfte frech mit der Kelle beim Gastspiel im Welli einigen Fanordnern auf den Po. Ein unermüdlicher Berliner also, der auch sicherlich im nächsten Jahr wieder im Welli zu sehen ist

„Na wat los Schertzi, biste auch nächstes Jahr wieder da?“

ovk

Fotos: CityPress

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One Response to “Jan Schertz : Sag niemals nie! – Dritter und letzter Teil”

  1. BengalOO sagt:

    Kleine Korrektur: Club aus Halle heißt Saale-Bulls 🙂 Grüße aus Sachsen-Anhalt.