Jan Schertz: „Na, wat los!“

Jan Schertz - Foto: CityPressDass Jan Schertz ein Berliner ist, merkt man unverkennbar. „Na, wat los!“ kommt es einem entgegengeschmettert, wenn man Schertzi nach einiger Zeit mal wieder trifft. Er ist ein Berliner Kind, nicht nur der „Schnauze“ nach. Auch die Grundlage seiner Lebensbestimmung, dem Eishockey, liegt dort. Er ist einer der wenigen noch aktiven Spieler, welche das Eishockey, in der ehemaligen DDR erlernten. Damals hießen die Eisbären allerdings noch Dynamo, und der Wellblechpalast war „nur“ die Eishalle 1 im Sportforum Berlin.

Schertzi war einer der ersten Ostberliner in der 1. Eishockey-Bundesliga, sowie einer der letzten, die noch mit den weiß-blauen Trikots bei der B-Weltmeisterschaft 1990 in Lyon (Frankreich) für die bald nicht mehr existente DDR aufliefen.

1990 begann dann das Abenteuer Bundesliga, für welches aber eine Menge Lehrgeld bezahlt wurde. Trotz seiner 14 Tore und 22 Assists, als damals 21-Jähriger, wurde der Abstieg nicht vermieden. Die darauffolgende Spielzeit sah dagegen ganz anders aus, denn in der Zweiten Liga spielte der EHC Dynamo ganz oben mit, was letztendlich durch den direkten Wiederaufstieg gekrönt wurde. Schertzi steuerte 29 Tore und 23 Vorlagen bei.

Jan Schertz - Foto: CityPressWas darauf folgte war, sportlich gesehen, das triste dahinvegetieren des nun in EHC Eisbären Berlin umbenannten Ostberliner Eishockeyklubs. Was sich öfter in der Saison dabei als Krampf präsentierte, war aber spätestens in den Play-down-Spielen dann wieder Kampf. Und Schertzi mitten drinn. Zwar überragte er nicht besonderlich, an seiner Einstellung gab es aber nichts zu kritisieren.
Den ersten Höhenflug der Hohenschönhauser erlebte er auch noch mit. In der ersten Saison der „Bosman-Ära“ ging er in seiner bereits in seine siebten Saison als Bundesligaprofi für die Eisbären aufs Eis, welche auch seine (zwischenzeitlich) Letzte war.

Jan Schertz - Foto: CityPressVon 1997 bis 1999 spielte Jan in der Zweiten Bundesliga in Heilbronn. Und das recht erfolgreich. Seine Sturmreihe war dort sehr gefürchtet. Kongenialer Partner damals war ein junger Spieler mit dem Namen Robert Hock.
Mit ihm bildetet Schertzi ein Gespann, von dem heute noch in Heilbronn geschwärmt wird. Unterschiedlicher hätte aber die Wege beider nicht sein können, als sie das beschauliche Städtchen nahe der Kurpfalz verließen. Hock wechselte in den Ruhrpott um sich im zweiten Anlauf in der DEL zu etablieren, Schertz dagegen machte einen Schritt zurück.
Sein neues Betätigungsfeld hieß Eisbären Juniors.

Lest morgen im zweiten Teil: Jan Schertz: Von der rechten Hand zum Goldauge

ovk

Fotos: CityPress

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