Der Welli als gemeinsame Heimspielstätte der Eisbären mit den Preussen?

Demo for dem Rathaus - Foto: CitypressSelten waren sich Eisbären-Fans und die Anhänger der Preussen so einig wie an diesem heißen und schwülen Sommertag 2000. Der Plan des Berliner Senats war damals der, dass die Preussen ebenfalls ihre Heimspiele im Wellblechpalast austragen sollten. Warum? Ganz einfach: Dort wo früher mal die Eissporthalle an der Jafféstrasse stand, wurde ein neuer Eingang zum Berliner Messegelände geplant und später auch durchgezogen (Eingang Messe Süd). Nun galt es allerdings, den dort stattfindenden Eishockeysport auf die anderen Berliner Eishallen umzuschichten. Bei den Berlin Capitals, wie sie damals als DEL-Team hießen, kam die Senats-Sportverwaltung auf die Idee, doch die dort schon vorhandenen Möglichkeiten im Wellblechpalast zu nutzen und das Team quasi von Charlottenburg nach Hohenschönhausen zu verpflanzen.


Das trieb natürlich nicht nur die Preussen-Fans auf die Barrikaden, auch die Eisbären-Anhänger wollten nicht den Erzfeind im eigenen Wohnzimmer haben. Da spielte uns ein geplanter Autokorso der Westberliner voll in die Karten. Mein Freund Tommi und ich ließen uns das natürlich nicht entgehen, an diesem teilzunehmen, um eben unseren Welli zu „verteidigen“. Wir verabredeten uns noch mit einigen weiteren Eisbären-Fans und fuhren zum Treffpunkt vor der Deutschlandhalle. Dort waren auch schon viele Preussen mit ihren Autos da und betrachteten uns wie Außerirdische. Frei nach dem Motto: „Pass auf, gleich macht der Ossi was!“. Ich meine, wir hatten zwar alle dasselbe Anliegen, so weit wie möglich mit unseren Eishallen auseinander zu liegen, aber Misstrauisch waren wir doch. Letztendlich ging es dann aber gemeinsam über den Ku-Damm, dem großen Stern und dem Brandenburger Tor (glaube das erste und letzte mal, dass ich dieses Tor von West nach Ost durchfahren durfte) zur Abschlusskundgebung vor dem Roten Rathaus. Dort standen dann schon einige Eisbären-Fans, welche den Korso in Empfang nahmen.

Demo for dem Rathaus - Foto: CitypressAuf der Kundgebung selber legte der damalige Preussen-Pressesprecher Hans Peter Harbig eine Rede hin, die heute noch sicher seines gleichen sucht. Der Mann war zwar Preusse durch und durch, die Interessen vertrat er aber in diesem Punkt von uns allen. Und das mit Erfolg. Die Preussen bekamen dann die Deutschlandhalle – die natürlich standesgemäß als Eishockeyhalle mit einem Eisbären-Spiel und Fans in weinrot-weiß eingeweiht wurde, na und wir – wir haben unseren Welli für uns alleine behalten.

Wenn ich heute, fast acht Jahre später noch einmal daran zurück denke, kommt mir doch noch ein kleines Grinsen ins Gesicht. Ich glaube, die meisten der Charlottenburger Eishockeyfans nahmen an dem Korso teil, weil sie gar nicht wussten wo überhaupt der Wellblechpalast ist. Anders kann ich mir jedenfalls nicht die Ignoranz derer Anhänger bei den Stadtderbys im Wellblechpalast erklären. 😉

ovk
Fotos: CityPress

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One Response to “Der Welli als gemeinsame Heimspielstätte der Eisbären mit den Preussen?”

  1. Tommi sagt:

    Ja Olli, das war schon ein geiles Erlebnis, welches als großer Spaß geplant, dann doch mit Gänsehaut-Stimmung endete. Ein großer Tag für den Berliner Eishockeysport.