Wurstgulasch in der heimlichen Hall of Fame

Sven Felski beim Wurstgulasch - Foto: CityPressOft werde ich von den Stadionzeitungs-Machern der Oberliga-Gegner unserer Eisbären Juniors angeschrieben und zu gewissen Begebenheiten bei Juniors-Spielen im Wellblechpalast gefragt. Natürlich sind dann meine Antworten, genauso wie die Zuschauer, recht übersichtlich. Ist ja auch nicht schwer, kurz vom Bier-Bockwurststand unterhalb vom Block C zu schreiben. Auch der Gästeblock ist leicht zu finden. Und wie man mit der Straßenbahn zum Welli kommt, ist auch nicht schwer.

Inne halte ich meist bei der Frage, welche Spezialität in Sachen Essen denn zu empfehlen ist. Da fällt mir eigentlich nur das Wurstgulasch aus dem Casino ein. Eines der kulinarischen Highlights im Wellblechpalast. Fernab von Crepes, Laugengebäck oder Fischbrötchen ist das Wurstgulasch eine Konstante, denn den bekommt man fast immer. Und nicht nur Hohenschönhauser Eishockeyfans wissen diesen zu schätzen, auch viele Sportler habe ich das Gericht aus Nudeln, Fleischwurst, Ketchup, Paprika und anderen „geheimnisvollen“Zutaten schon essen sehen.

Überhaupt ist das Casino so etwas wie die „Traditionsstube“ im Wellblechpalast. Eine heimliche „Hall of Fame“. Wer schon einmal in Ruhe bei einem Wurstgulasch den Blick durch den Raum hat kreisen lassen, der erlebt dort viele Bilder, die über viele Jahre und Epochen des Wellis berichten.

Wurstgulasch 2 - Foto: CityPressSo Noch vor 20 Jahren war die Kneipe, geführt vom leider schon verstorbenen Helmut „Otto“ Senftleben, so etwas wie ein Verbindungstrakt zwischen Eis und Kabine. Aber auch ein Stimmungsbarometer. Besonders schwer fiel damals den Kuhnkes und Co. nach Niederlagen der Weg zum umkleiden. Da wurde es manchmal doch schon etwas laut. Vor allem stachen dabei aber die „Fans“ heraus, die man eigentlich während des Spiels nie in der Eishalle gesehen hatte. Tja, bei den Eintritts- und Bierpreise zu DDR-Zeiten….

Seit über zehn Jahren führt nun Alexandra Marx das Casino, die Durchgänge zu den Kabinen sind zugemauert und statt einem flotten Spruch von Otto bekommt man jetzt ein nettes Lächeln von Alex.
Zu erwähnen bleibt aber noch Mister Wurstgulasch. Tommi ist ein preisgekrönter Koch. Preisgekrönt von den Fans der Eisbären, welche von einer Auswärtsfahrt einen Glaskopf mitbrachten, diesen mit einer Mütze komplettierten und als Pokal in Tommis Hände übergaben. Zu sehen ist der Kopf auf der Schrankwand hinter dem Tresen noch heute.

Bleibt zu hoffen, dass uns Alexandra und das Casino erhalten bleiben. Denn ehrlich gesagt, möchte ich das Wurstgulasch auch nicht missen. Genauso wenig wie die ständigen Erinnerungen in dieser „Traditionsstube.“.

ovk

Fotos: CityPress

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