Mein schönstes Urlaubserlebnis war zu Haus im Welli

Thomas beim Training - Foto: City PressWeihnachten 1999 fand für mich schon im Oktober statt. Damals erfüllte ein Talkmaster Names Türk schon verfrüht Weihnachtswünsche. Gut die Sendung kam dann erst im Dezember, aber zum Geschehen: Meine Tante sah den Aufruf des genannten, ungewöhnliche Weihnachtswünsche zu erfüllen. Da Sie meine Eisbärenmacke kannte, probierte Sie Ihr, oder mein Glück und siehe da die Redaktion war begeistert. Hartmut Nickel war es weniger. Später erfuhr ich das ein paar Tage vorher ein Fernsehteam vor Ort war und die Bären nicht trainieren sondern schöne Figürchen machen mussten. Da hiess es eigentlich: Nie wieder Fernsehen.

Aber von vorn. Es war ein Dienstag und gegen 9 Uhr klingelte es an der Wohnungstür. Ich öffnete und zu meiner Verwunderung stand dort Peter-John-Lee und ne Kamera. Er teilte mir mit seinem unverwechselbaren Aktzent mit, dass ich heute Training hätte. Jedensfalls habe ich so blöd geschaut das wir die Szene gleich dreimal machen mussten, bis das Kamerateam zufrieden war.

Das drumrum war schon anstrengend aber das Training einmalig. Als ich meine Sachen gepackt hatte fuhren wir gemeinsam in den Welli. Ab in die Kabine. Ich frage mich bis heute, ob da vorher einer Bescheid wußte. Dumme Gesichter an jeder Ecke. Aber nach 5 Minuten habe ich praktisch dazu gehört.
Thomas beim Training - Foto: City PressAlso ab auf den freien Platz vorn an der Tür. Neben ebend keinem geringeren als Mister Number 98, Mike Bullard. Mike rüstet mich auch gleich mit Trikot, Helm und Stutzen aus. Leif Carlsson begrüßte mich mit Handschlag.
Au backe hoffentlich blamier ich mich nicht. Naja erstmal war Konditionstraining angesagt. Ab aufs Fahrrad und strampeln. Ich war damals Landesligaspieler und mußte nach 6 Minuten mit Puls 200 aufgeben. Die anderen strampelten 25 Minuten und hatten trotzdem nur Puls 140. Dazu lief CNN und alles sprach Englisch. Ich verstand nur Fetzen und alle taten als ob es voll normal war, dass da so so ein Bubi, damals war ich 23, mit rumrennt. Nur die Berliner Schauze, unser Sven, quatschte alle auf Deutsch voll. Nach der Aufgabe am Fahrrad durfte ich unter dem strengen Blicken von Hartmut Nickel noch etwas Bankdrücken.

Nur aufs Eis kommen waren meine Gedanken. Und so kam es. Mike Bullard, Sven Felski, Derek Mayer, Mario Chitaroni und Leif Carlsson waren mit auf dem Eis. Im Tor Udo Döhler, den ich nicht ohne stolz das ein oder andere Mal überwunden habe. Später hab ich Ihn gefragt und er versicherte mir sich auch angestrengt zu haben.

Nach dem Training war ich so fertig das auch der Whirlpool nicht die rechte Entspannung brachte. Oh waren die Jungs alle Kumpels. Ab jetzt geh ich jeden Tag zum Training…
Thomas beim Training - Foto: City PressDafür hat es leider nicht gereicht aber es war mein unvergessenes Erlebnis im Welli. Danke möchte ich hier nochmal meiner Tante sagen. Zu verdanken habe ich es auch noch P-J-L. Wie oben erwähnt war Hartmut Nickel gänzlich dagegen. Moritz Hillebrand fragte zu meinem Glück beide Trainer und Peter meinte dann begeistert „… den Türk den kenn ich der kommt doch Nachmittags im Fernsehen, den schau ich immer. Hartmuts Bedingung war dann , aber nur Dienstags beim Konditraining. Das muss er sich verdienen. Hab ich auch.

Heut rennt mein Piefke übers Welli Eis und der noch etwas länger als die Großen. So vergeht die Zeit und leider auch der Welli in der DEL. Nur vergessen kann man dieses Stadion nicht.

Thomas Englisch

Fotos: CityPress

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3 Responses to “Mein schönstes Urlaubserlebnis war zu Haus im Welli”

  1. Moritz Hillebrand sagt:

    Stimmt, Hartmut war damals noch Maren Valenti geschädigt und eine ganz schöne Maulbirne bei solchen Themen. Die Begrüßung wurde aber eher wegen PJLs zwar unverwechselbaren aber nicht ganz TV-tauglichen Akzent dreimal wiederholt (außerdem hatte der das klassische Erwin Lottermann Problem)……Lustig war auch wie Bullard nicht zuließ, dass sein neuer Kollege die eine oder andere Wiederholung bei bei den Übungen auf dem Eis pausiert. Da musste dann auch Nickel lächeln:“Kiek dir den an. Der iss fertig“, sprach er und war zufrieden. Klar die beste TV-Nummer, die wir je gemacht haben, weil ziemlich wenig gestellt und dadurch recht authentisch.

  2. Thomas Englisch sagt:

    Das freut mich ja wenn ich dem sonst immer sehr ernst dreinblickenden Hartmut Nickel eine Lächeln auf das Gesicht zaubern konnte. Danke auch für den Einsatz meines Vorredners.

  3. Matze Eckart sagt:

    Coole Geschichte! Hat Spaß gemacht zu lesen!