15.Februar 2008: Proteste und Zachs leiser Abschied

Protest - Foto: ovkDas nächste Heimspiel des Welli-Abschieds ist Geschichte. Mit 8:2 gewannen die Eisbären gegen die Hannover Scorpions, und der Umzug in die O2-World wirft immer mehr seine Schatten voraus.

An diesem Freitagabend stand zunächst der Spielbeginn im Zeichen des Protests. Insgesamt 19 Fanclubs und – Gruppierungen riefen dazu auf, dass Spiel für sie erst drei Minuten später beginnen zu lassen. Also die ersten Minuten ihre Unterstützung zu verweigern.

Warum? Es waren die Sorgen und Ängste der Fans, dass mit dem Umzug in die neue Arena die Fankultur der Eisbären kaum Berücksichtigung findet.
Begründet wurde diese Aktion mit folgenden Argumenten:

Zitat aus dem Flugblatt, welches vor dem Spiel verteilt wurde:

Es gibt kein Konzept, wie wir und würdig aus dem Welli – in dem wir viele Jahre mit unseren Bären gefiebert, gehadert und gefeiert haben – verabschieden ..

… und auch keins, wie in der O2-World die Tradition der Eisbären/Dynamo sichtbar wird…

… Gegenüber dem Welli werden die Stehplätze um 1/3 gekürzt – nämlich von über 3000 auf später ca. 2000 – obwohl 1000 Stehplätze zusätzlich zur Verfügung ständen —

.. eine Fankneipe, wie wir sie aus dem Welli kennen und wie sie in anderen neuen Hallen vorhanden sind, wird es nicht geben – lediglich einen großen Fantresen…

.. ob und wo Fanclubs ihre Banner aufhängen können, ist bis heute nicht geklärt …

.. Vorschläge, die wir gemacht haben, damit wir Fans uns besser mit der neuen Halle identifizieren können, finden keine Beantwortung …

Die Aktion zeigte auch durchaus Wirkung. Es war wirklich in diesen Minuten eine recht komische Atmosphäre. Auch wurde nur vereinzelt kurz gejubelt, als Florian Busch zu dieser Zeit das 1:0 für die Eisbären erzielte. Als die Stadionuhr aber auf 3:00 umsprang, ging aus der Fankurve ein Orkan los, der einem doch Gänsehaut verschaffte.

Zach - Foto: ovkOb diese Aktion nachhaltig beim Empfänger angekommen ist, werden wir ab dem 6.März berichten. Denn zu diesem Datum wollen die Eisbären-Verantwortlichen verbindliche Antworten zu den Argumenten geben. Eins war aber klar: Das Schweigen hatte mit den Leistungen der Eisbären auf dem Eis nichts zu tun.

Diese taten auch alles, um die 4695 Zuschauer im ausverkauften Wellblechpalast durch Tore zu unterhalten. Mit acht Treffern ließen sie dabei dem Defensiv-System von Hans Zach keine Chance. Ganz untypisch, im Gegensatz zu den früheren Spielen, wenn Zach mit seinem Team im Welli war, gab es aber diesmal keine Schmährufe gegen den ehemaligen Bundestrainer. Er selber bot auch einen ruhigen Part hinter der Bande. Vielleicht war es das Abschiedsspiel von Hans Zach im Wellblechpalast, erinnern wird er sich daran aber trotzdem nicht gerne.

Auch nach dem Spiel, beim Gang vom Pressecontainer durchs Foyer in Richtung Kabine wurde er in Ruhe gelassen. Früher gab es da noch öfter einen höhnischen Gesang, an diesem Abend blieben die Kehlen aber stumm. Ein wahrscheinlich leiser, unspektakulärer Abgang eines sonst so polarisierenden Gästetrainers im Wellblechpalast.

ovk

Foto: ovk

2 Responses to “15.Februar 2008: Proteste und Zachs leiser Abschied”

  1. Axel sagt:

    Danke für diesen Beitrag.

    Das Spiel war wirklich klasse und der „Orkan“. der nach den drei Minuten von den Ränken stürzte war wirklich ohrenbeteubend. Ein netter Mensch hat das ganze auf Video aufgenommen (ich nehme mal an, dass es der I-Block ist). Zu finden ist das ganze unter: http://www.youtube.com/watch?v=Sz_V8Ekc52c

  2. […] vom Welli wirft immer weitere Fragen auf. Zuletzt kam es beim Spiel gegen die Hannover Scorpions (welli-berlin.de berichtete) zu Protesten. Da wir uns ja auf dieser Site ebenfalls mit diesem Thema beschäftigten, stellten […]