Der Kampf um die goldene Ananas

Wasserball - Foto: CityPressDie Eisbären müssen in der Abstiegsrunde antreten. Was normalerweise einem Fan vor Schreck und Angst vor dem Abtsieg das Blut in den Adern gefrieren lässt, verkam in der Saison 1999/2000 zu einer großen Farce, den viele noch als Kampf um die goldene Ananas in Erinnerung haben. Das Problem war nämlich, dass bereits vor dem ersten Spiel er Abstiegsrunde klar war, dass es keinen Absteiger geben würde.
Dementsprechend motiviert gingen dann Spieler und Fans an die Sache heran. Grottenschlechte Spiele, Zweikämpfe auf Kleinschülerniveau, und Stimmung in der Halle, die eher an Kindergeburtstag oder einen langweiligen Besuch bei den buckligen Verwandtschaft als Eishockey in der DEL erinnerte.

Für uns Eisbärenfans kam strafberschärfend hinzu, dass wir noch geblendet waren von Play-Offs, die uns zweimal ins Halbfinale und einmal sogar bis ins Finale führten und wir doch in der Saison zuvor sogar die Europaliga gerockt und den dritten Platz belegt hatten. Nun also dieser totale Leistungsabfall und Abstiegsrunde. Die Nachbarn vom Eichkamp kamen in dieser Saison dann zu allem Überfluß auch noch bis ins Halbfinale, während wir einen bunten Wasserball durch den Welli warfen und Kinderlieder sangen, weil auf dem Eis nur Eiskunstlaufen mit Helmen geboten wurde.

Müde Fans - Foto: CityPressDas hinderte natürlich einige der Die-Hard Fans nicht, zum Saisonabschluss noch mit zwei Bussen zu einer Kombifahrt aufzubrechen, die zwei Auswärtsspiele innerhalb von 20 Stunden in Mellendorf (wo die Hannover Scorpions damals noch spielten) und Rosenheim bringen sollte. Dabei nahmen wir noch an den Feierlichkeiten zum Saisonende der Scorpions teil und bewarfen das Rosenheimer Eis mit Rosen, weil Thomas Rhodin Geburtstag hatte und uns sonst wirklich kein Blödsinn mehr einfallen wollte. Ein Rosenheimer Zuschauer jenseits der 60 kommentierte diese Einlage dann mit den Worten: „Wenn unsere Jungs für soviel Geld so einen schlechten Tabellenplatz geliefert hätten, würden wir mit Steinen und nicht mit Rosen schmeißen!“

Abschied - Foto: CityPressUns war das egal und als die Abstiegsrunde ohne Absteiger endlich vorbei war, war dies auch das Ende des fabulösen „Bosmann-Teams“ mit den klingenden Namen, die uns aus der Tiefe der Tabelle an die Spitze katapultiert hatten. Auch der mit großen Hoffnungen in der Saison als Trainer verpflichtete Kent Forsberg, für den Peter John Lee den Platz frei machte und auf den Manager Posten wechselte, nahm angesichts der Perspektivlosigkeit der Eisbären schnell wieder seinen Abschied.

Nach einer stimmungsvollen, ob der Verabschiedung von Spielern wie Mike Bullard, Leif Carlson und Yvon Corriveau etwas wehmütigen Abschlußfeier dachten alle es könnte in der kommenden Ssison nur besser werden. Und dann kamen Namen wie Glen Willamson und Todd Harkins…

wei-de

Fotos: CityPress

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