Niklas Hede – Der „Finossi“

Hede  - Foto: CityPressNiklas Hede war einer der wenigen Eisbären-Spieler, der sogar ein eigenen Anfeuerungsruf hatte: „Niklas Hede, du bist der beste Mann – schieß den Puck ins Tor“ kam es aus den meisten der 4695 Kehlen im damals nahezu immer ausverkauften Wellblechpalast. Niklas Hede war Kult in Berlin. Eigentlich wie jeder der „Bosman-Ära“, aber der kleine Flitzer war ein Hingucker auf dem Eis – wie beispielsweise Andrew McKim, der Prinz von Hohenschönhausen. Niklas Hede spielte, genau wie McKim, drei Spielzeiten für die Eisbären.

Niklas Hede ist auch „multikulti“! Geboren wurde er vor gut 39 Jahren in Malmö, Schweden. Trotzdem lief er mit finnischer Nationalität über das Eis des Wellblechpalasts. Und nun ist er seit über zwei Jahren auch Besitzer eines deutschen Passes.
Er selber bezeichnete sich nach seiner ersten Spielzeit (1996/97) bei den Eisbären als „Finossi“. Eine Mischung zwischen Finne und Ossi.

Niki, so wie er genannt wird, war und ist auch ein Spaßvogel. So gibt es einige Anekdoten aus seiner Zeit hier in Berlin. So klebte er sich im Training das Glasauge des damaligen Eisbären-Betreuers mit Tape an seinen Eishockeyschläger und behauptete darauf prompt: „Mein Schläger kann sehen!“. Eine Genehmigung dieses auch beim Spiel zu tun, bekam er aber nicht. Unkorrekte Ausrüstung hätte es dann sicher geheißen.
Aber auch ohne Glasauge konnte er mit dem Schläger zaubern: So nahm er beispielsweise mal bei einem Spiel den Puck auf das Blatt seines Schlägers und hob ihn in der Drehung unter die Latte – und somit im Netz tanzen. Ein Tor, welches damals die Massen im Stadion zum raunen brachte.

Hede - Foto: CityPressHede war eines der Leistungsträger im damaligen Team. Obwohl er vielleicht in Sachen Toren nicht so produktiv, war er doch vor allem im Antritt schnell und somit bei schnellen Offensiv-Vorstössen immer kreuzgefährlich. Wenn der gegnerische Goalie den kleinen Finnen immer auf sich zur rennen sah, dann wusste er, dass es sicher gleich eine Menge Arbeit gibt.

Abseits des Eises war er ein eher einfacher, unscheinbarer Mensch. So kam es schon mal vor, dass er beim Besuch eines Juniors-Spiels nach einer Eintrittskarte gefragt wurde. Der Ordner hatte ihn mit seinem tief ins Gesicht gezogenen Basecap nicht erkannt.
Wie hart der Eishockeysport sein kann, musste auch seine Frau Heidi Hede erfahren. Bei einem Spiel traf sie ein Puck, als dieser in die Zuschauerränge flog. Nikis Kommentar darauf: „Sie soll aufs Eis schauen und nicht quatschen!“

Schluss war für ihn bei den Berliner Eisbären im Frühling 1999. Allerdings blieb Hede in Berlin, spielte aber bei den Berlin Capitals. Als er damals zum ersten Derby kam (das 7:0 – www.welli-berlin.de berichtete bereits), ging er bei der Ankunft des Teams fast versehentlich in die Eisbären-Kabine. Die Macht der Gewohnheit halt. Begrüßt wurde der Finossi von den Fans im Wellblechpalast aber fair. Allerdings mit der Bitte, dass er sich doch des Trikots entledigen solle.

Hede  - Foto: CityPressNach dem einjährigen Intermezzo beim Eisbären-Stadtrivalen zog es ihn wieder zurück in die finnische Heimat. Aber im Herbst 2001 war er schon wieder in Deutschland. Hier spielte er erst zwei Jahre (zusammen mit Derek Mayer) bei den Tölzer Löwen, ehe er zwei weitere Spielzeiten bei dem damaligen Zweitligisten Straubing Tigers den „Puck ins Tor schoss“. Eine Dritte Saison hatte Hede in der Gäubodenstadt aber nur begonnen, denn als er im Dezember 2005 einen deutschen Pass bekam, schloss er sich den Hamburg Freezers an und absolvierte noch einmal 21 DEL-Spiele. Zum Beginn der Saison 2005/06 wurde Hede dann sogar wieder ein Eisbär. Allerdings in Regensburg. Dort ist Niki auch heute noch aktiv.

Zusammen mit dem dortigen Eisbären-Kapitän Sven Gerike (einer der Gerike-Brüdern die zusammen bei den Eisbären Berlin spielten und Schwester Anna-Lena Gerike ist gegenwärtig Physiotherapeutin beim Eisbären Farmteam) kümmert sich Hede um die Eishockey-Jugendförderung in Regensburg. Im Sommer bieten die beiden auch Trainingslager in Finnland an.

Niklas Hede ist also immer noch ein Eisbär, wenn auch etwas südlicher in unserer Republik. Trotzdem bleibt er hier in Hohenschönhausen unvergessen. Selbstverständlich setzen wir ihm hier auf unserer Site ein Denkmal.

ovk

Niki Hede in Bildern gibt es hier.

Alle Fotos: CityPress

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