Ein 7:0 im Derby als Balsam für die Eisbärenseele

Derby 1999 - Foto: CityPressDie Saison 1999/2000 hatte bescheiden angefangen. Die seit Saisonbeginn in weiß-lila Trikots gekleideten Eisbären kamen nicht so richtig aus den Startlöchern, der Mannschaft, in der Vorsaison noch Dritter der Europaliga und im Halbfinale am späteren Meister Mannheim gescheitert, zeigte deutliche Auflösungserscheinungen. Ob man einfach versäumt hatte, sich zu verstärken, oder die als Verstärkung gedachten Spieler die Erwartungen nicht erfüllten oder das Mannschaftgefüge nach dem Karriereende des „alten Schweden“ Thomas Steen einfach nicht mehr passte? Niemand weiß das so ganz. Auf jeden jagte im Oktober die Tabelle dem gemeinen Eisbären-Fan einen Schauer über den Rücken. Die Eisbären im unteren Mittelfeld und – fast noch schlimmer – die Capitals an der Spitze. In dieser Situation konnte man böses erahnen, als es auf einem Samstag zum Heimderby im überfüllten Welli kam.

Endlich hatten sich auch mal ein paar Preussenfans in den Welli verirrt und schon weit vor dem Anpfiff ging es auf den Rängen hoch her. Bei Spielgebinn die Überraschung: Trainer Komma hatte seinen Ersatztorwart David Berge nominiert. Dieser wird diesen Tag wohl auch nie vergessen, denn von der ersten Sekunde an, gab es in dem Spiel quasi nur eine Richtung: Angriff auf Angriff rollte auf sein Tor und warum die Capitals Tabellenführer waren, konnte man nicht einmal erahnen. cp-d-ehc-Derbysieg 1999 - Foto: City PressSiegeswillen zeigte an diesem Tag nur ein Team und bewahrheitete sich mal wieder, was die der ewige Trainer Hartmut Nickel so treffend bemerkte: „Wenn Du die Derbies gewinnst, kannst Du auch die ganze Saison Mist spielen und die Leute sprechen trotzdem noch mit freundlich Dir.“

Nach dem 5:0 durfte Berge dann Feierabend machen und am Ende hatten die Eisbären den Welli mal wieder gerockt und 7:0 gewonnen, was die Preussenfans mit einem schnellen Aufbruch quittierten, der schon fast einer Flucht gleich kam.

Der Bärenanhang ging nach diesem Spiel zu einer lang anhaltenden Party mit diversen Ehrenrunden und Verlängerungen in Overtime und sonstigen Lokaitäten über. Da es erst Ende Oktober war, dachten alle, dass die Saison nun doch noch gut werden würde. Leider blieb in der Saison ein solch begeisterndes Spiel aber die absolute Ausnahme und am Ende spielten wir in einem Kampf um die goldene Ananas eine Abstiegsrunde aus, bei der schon vor Beginn feststand, dass es keinen Abstieger geben würde.

wei-de

Fotos: CityPress

Tags: , , ,


Warning: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable in /homepages/23/d68721919/htdocs/welli/wp-includes/class-wp-comment-query.php on line 405

One Response to “Ein 7:0 im Derby als Balsam für die Eisbärenseele”

  1. […] in Berlin, spielte aber bei den Berlin Capitals. Als er damals zum ersten Derby kam (das 7:0 – http://www.welli-berlin.de berichtete bereits), ging er bei der Ankunft des Teams fast versehentlich in die Eisbären-Kabine. Die Macht der […]