Wir wurden Papst und die Eisbären Deutscher Meister

Marco und Co... - Foto: PrivatDa sich die Tage des Wellblechpalastes als Spielstätte der Eisbären in der DEL dem Ende zuneigen, möchte ich hier auch eines meiner schönsten Erlebnisse mit Euch teilen. Es gab für mich einfach zu viele schöne Spiele im Welli, deswegen werde ich auch nur kurz von der ersten Meisterschaft berichten.
Für mich war und ist der Welli, neben dem Austragungsort für die Heimspiele der Eisbären, auch immer ein Treffpunkt mit Freunden, die ich durch das Eishockey kennengelernt habe. Das Sportforum ist für mich schon eine Art zweites Zuhause geworden. Ich bezeichne mich selber als einen kleinen Hockeykranken, der sich auch die DNL und die Juniors anschaut.
Die Meisterschaften gehören aber ohne Zweifel zu meinen schönsten Erlebnissen im Welli, aber auch das organisieren der großen Choreos mit den Fanatics, das Mitwirken an der 50 Jahrfeier usw..

An den Tag der ersten Meisterschaft, kann ich mich heute immer noch genauso erinnern, als wäre es vor zwei Stunden gewesen.

Am 19.April 2005 wurden wir Papst und die Eisbären Deutscher Meister. Eigentlich müsste man den Tag zum Feiertag erklären. Ich war an diesem Dienstag schon mehr als drei Stunden vor dem Spielbeginn am Welli, denn ich wusste, dass an dem Tag etwas ganz tolles passieren wird. War aber, ehrlich gesagt, mit dem Gedanken doch etwas überfordert.
Die Siege, vorher in der Finalserie gegen Mannheim, haben mich trotzdem sehr optimistisch gestimmt.
Die Stimmung vor und während des Spiels war so unglaublich, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Da kommt nicht mal die Derbystimmung ran. Das Highlight im dem Spiel war aber das Tor von Erik Cole. Der Junge war ja schon kurz davor sich aufs Eis zu legen, so dicht wurde er bedrängt. Dann hat er aber die Kurve kurz vor dem Tor noch bekommen und den Puck eiskalt ins Mannheimer Tor bugsiert. Als sich das Spiel dann dem Ende neigte wurde die Stimmung immer lauter, die große Blockfahne der Supporters ging im Stadion rund, alle im Welli tobten und die Sitzplätze wurden zu Stehplätzen.

Meister!!! - Foto: PrivatDas Spiel ging zu Ende, auf der Spielerbank fanden die ersten Sektduschen statt, auf den Rängen lagen sich Leute in den Armen, die sich vielleicht vorher noch nie gesehen hatten.Alles feierte. Als dann die Pokalübergabe stattfand, ließen sich auch bei mir die Tränen nicht mehr aufhalten. Ich bekomme heute immer noch Gänsehaut, wenn ich „We are Champions“ von Queen höre. Die anschließende Nacht wurde nur zum feiern genutzt, die Leute liefen überall in der Nähe des Wellis rum und sangen. Die Konrad- Wolf-Strasse glich einer Fußgängerzone. Dann wurde in der Overtime kräftig weiter gefeiert, fast die ganze Mannschaft war vor Ort, auch Michi Leopold von Premiere ließ seinen Feierabend in der Overtime ausklingen. So voll wie der Laden an diesem Abend war, war er, glaube ich, noch nie. Zu der ersten Meisterschaft aber auch erstmal genug, ich will ja nur einen Beitrag schreiben und kein Buch.

Für mich geht, wenn der Welli nach der Saison in „Unruhestand“ geht, ein Stück Geschichte unseres Vereins zu Ende. Aber wir werden ja, so hoffe ich, mit der O2 World eine neue und unumgängliche Heimat finden. Und wenn jeder ein Stückchen Welli in seinem Herzen mit in die Arena an den Ostbahnhof nimmt, dann wird es so genauso schön und toll wie im Wellblechpalast.
Denn an uns wird es liegen, wie es in der O2-World wird.

Trotzdem: Ich werde Dich vermissen Welli.

Marco Reuter
Fotos: Privat

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